Kapitel 3: Ein seltsames Zeichen

 

Als “Weißer Stern” am nächsten Morgen aufwachte, war ihr Vater schon auf den Beinen und hatte Frühstück gemacht.

Guten Morgen, hast du gut geschlafen, mein Engel?”, fragte er.

Weißer Stern” wunderte sich einen Moment lang sehr darüber, dass ihr Vater vor ihr wach war und jetzt wieder ganz wie früher mit ihr redete. Aber dann war sie froh, dass es ihm anscheinend besser ging.

Ich hatte einen Albtraum, aber dann habe ich ganz gut geschlafen.”, antwortete sie.

Gemeinsam mit “Fliegender Adler” frühstückte sie.

Bis später!”, rief sie und weg war sie.

Schmunzelnd erhob sich der Medizinmann der Sial und machte sich auf, eine kleine Runde durch das Dorf zu gehen.

Währenddessen erzählte “Weißer Stern” ihren Freunden von ihrem merkwürdigen Albtraum.

Na, das ist ja wirklich ein schöner Traum, den du uns da erzählt hast.”, meinte “Kleiner Biber” schaudernd.

Vielleicht hat das ja etwas zu bedeuten. Vielleicht wollen die großen Geister zu dir sprechen und haben dir mitgeteilt, wo sie dir ein Zeichen geben werden.”, überlegte “Hüpfender Hase” laut.

Dann müssen wir zum Fluss, da hat mein Traum ja angefangen.”, sagte “Weißer Stern” zögernd.

Denn eigentlich wollte sie nicht, dass sich alles wie im Traum abspielte. Sie hatte zwar gelernt, dass man das tun sollte, was die Geister einem zeigten, doch sie hatte viel zu viel Angst, was ansonsten nicht der Fall war.

Schluss, wir gehen jetzt einfach zum Fluss und sehen nach, ob die Geister dir ein Zeichen geben wollen. Wenn nicht, dann haben wir uns wenigstens die Beine vertreten.”, sagte “Kleiner Biber” bestimmt.

Als sie am Fluss ankamen, bemerkten sie zunächst nichts Seltsames. Innerlich atmete “Weißer Stern” auf.

Falscher Alarm.”, meinte “Kleiner Biber” beinahe enttäuscht.

Vielleicht war es doch nur ein Traum.”

Sie wollten sich abwenden und wieder gehen, als “Hüpfender Hase” plötzlich ihre Arme ergriff.

Was ist denn lo..”

Alle beide verstummten sofort als sie sahen was “Hüpfender Hase” gesehen hatte; es war ein kleines wildes Fohlen. Das war nichts Ungewöhnliches. Doch es war nicht allein, denn direkt daneben stand ein grauer, leicht rot schimmernder Wolf. Allerdings machte er keine Anstalten anzugreifen und das Fohlen lief auch nicht davon. Und dann landete plötzlich noch ein Falke auf dem Rücken des Wolfes.

Die drei Tiere sahen den Kindern direkt in die Augen, mit einem Blick der keinerlei Scheu, sondern Freude zeigte. Den drei Freunden war das ungeheuerlich und sie drehten sich um, um wegzulaufen. Doch als sie Richtung Dorf blickten bekamen sie einen noch größeren Schock: Qualm stieg auf, an der Stelle, wo das Dorf lag. Voller Angst rannten sie los. “Weißer Stern” drehte sich um und blieb dann auf einmal stehen.

Beeil dich, Weißer Stern, wir müssen ins Dorf zurück!”, wollte “Kleiner Biber” sagen, blieb aber mitten im Satz hängen.

Auch “Hüpfender Hase” war sprachlos als sie nach hinten blickte.

An der Stelle, wo die drei Tiere gestanden hatten, war nichts mehr zu sehen.