Prolog

Es war wie üblich voll im Club. Das war nichts Neues mehr. Schon gar nicht, wenn sie Schicht hatte. Dank ihr nahm der Besitzer an einem Abend mehr Geld ein als mit allen Anderen in einer Woche. Das lag wohl daran, dass sie alles machen musste. Und zwar wirklich alles. Ihr Chef prahlte damit, dass sie das willigste Mädchen überhaupt war. Und er war sich sicher, dass sie für immer in seinen Diensten stehen würde. Wenn nicht ein Wunder geschah, würde das auch so bleiben. Ob sie wollte oder nicht. Ihr Schicksal war besiegelt. Und das Wissen darum, hatte sie schon lange apathisch gemacht. Denn nur so konnte sie den unerträglichen Schmerz und diese erschlagende Gewissheit der ewigen Hölle verdrängen. Eine Hölle, die andere in den Himmel hob und sie immer tiefer in den Abgrund der Verzweiflung stieß. Eines Tages würde sie vermutlich nur noch eine leere Hülle sein, die nichts mehr wert war. Ein Lebensabend und der Tod auf der Straße würden ihr Ende sein. Niemanden interessierte es was aus jemandem wie ihr wurde. Sie war anders, nicht nur, weil sie diesen verachteten und verpönten Beruf ausübte. Auch ihre Art war verachtet. Ihre Existenz war der Allgemeinheit ein Dorn im Auge. Sie durfte nur leben, weil sie arbeitete. Sobald sie jedoch auf der Straße landen würde, wäre sie noch weniger wert, als der Dreck unter ihren Füßen. Ein verachtetes, benutztes, unwürdiges Wesen war sie und sie lebte in einer Welt, in der es nur noch Arm und Reich gab. Die hoch entwickelte Technik erlaubte es jedem, der Geld besaß, alles zu erreichen und zu tun, das man wollte. Die Technik war gereift, das Verhalten der Menschheit war ins bodenlose egoistisch geworden. In einer Welt, in der nur Geld und Macht zählt, lebte sie. Eine Nekomine namens Kokoro.