Kapitel 5: Das erste Treffen

 

Kokoro hatte Angst. Sie wollte heute nicht arbeiten gehen, denn es war Freitag. Und das bedeutete, dass er wieder kommen würde. Einer ihrer Stammgäste. Doch sie wollte nicht mit ihm schlafen. Eigentlich ging es weniger um den Sex. Angst machte ihr, dass er sie jedes mal schlimmer behandelte. Irgendwann würde er sie zu Tode prügeln. Und genau davor fürchtete sie sich. Sie hatte zwar kein erfülltes Leben, doch sterben wollte sie auch nicht. Doch es half nichts. Wie immer wurde es halb Acht und wie immer erschien er pünktlich. Während sie zu ihrem Raum gingen, beschleunigte sich Kokoro's Atem. Ihr Kunde lachte nur. „Freust du dich schon auf unser nettes Treffen oder warum hechelst du so? Na komm schon, du kleines ungezogenes Ding, heute bekommst du deine Strafe von Papa. Ich werde dir zeigen, wie man jemanden so ungezogenes wie dich bestraft und diszipliniert.“ Mit einer schnellen Bewegung packte er Kokoro und warf sie unsanft auf das Bett. Ein erschrockener Schrei entfuhr ihrem Mund. Doch das war ihm egal. Wie ein wild gewordenes Tier stürzte er sich auf sie, packte ihre Arme und drückte sie grob nach oben. Mit einem Grinsen im Gesicht nahm er eines der Bänder die auf dem Nachttisch lagen und band eine ihrer Hände am Kopfende des Bettes fest. Kokoro's Atem wurde schneller. Sie versuchte sich zu wehren, doch was sollte sie als mageres kleines Ding gegen einen gesunden starken Mann ausrichten? Sie wollte das Band lösen als ihr plötzlich schwindelig wurde. Er hatte sie ins Gesicht geschlagen. Der Schlag war so heftig, dass sie beinahe das Bewusstsein verlor. Wütend fuhr er auf: „Was glaubst du, wer du bist?? Denkst du, du kannst einfach so die Fesseln lösen? Na warte, das verlangt eine Strafe, die sich gewaschen hat!“ Mit aller Gewalt band er Kokoro's zweite Hand fest und begann ihr die Kleider vom Leib zu reißen. Kokoro, die in Panik verfiel, begann zu schreien. Doch niemand würde ihr helfen. Schließlich gehörten Schreie zum Geschäft. Ihr Kunde lachte wieder. Schnell entkleidete er sich und stürzte sich erneut auf Kokoro. Mit seinen Armen drückte er ihre Beine auseinander. Während Kokoro zu schluchzen begann und immer wieder um Hilfe rief, begann er seinen Penis mit an ihr zu reiben. Schon nach kurzer Zeit war dieser hart und hatte sich aufgestellt. Ohne noch irgendetwas abzuwarten drang er in sie ein. Kokoro schrie laut auf. Immer heftiger und ohne Rücksicht darauf, ob es ihr wehtat, drang er in sie ein. Kokoro's Schreien und ihr Betteln, dass er aufhören solle, interessierten ihn nicht. Es stachelte ihn nur noch mehr an. Als es ihm zu bunt wurde, schlug er auf sie ein. Sie bekam Schläge ins Gesicht, in den Bauch und auf ihre Brust. Währenddessen befriedigte er sich immer heftiger an ihrem Körper. Er schrie sie an, schlug sie und befriedigte sich zur gleichen Zeit. Plötzlich ging die Tür auf. Der Mann wurde von ihr herunter gezerrt und aus dem Raum geworfen. Nur vage nahm Kokoro wahr, dass jemand ihre Fesseln löste. Nach einigen Sekunden war sie wieder etwas bei Bewusstsein. Sie bemerkte, dass sie am Boden in eine Decke gewickelt lag. Ein besorgtes Gesicht von einem fremden Mann war über ihr. Er sagte etwas, das sie erst nach einigen Sekunden verstand. „Kannst du mich verstehen? Ist alles in Ordnung?“ Schwach nickte Kokoro. Ihr war schwindelig und ihre Gedanken waren träge. Der Mann fühlte ihren Puls. Carlos spürte, dass sie dabei war ihr Bewusstsein zu verlieren. „Hey, wach bleiben. Nicht einschlafen. Keine Sorge, jetzt ist alles gut.“ Er redete auf sie ein. Sie sah ihn nur mit immer wieder flackernden Liedern an. Carlos konnte es nicht fassen. Dieser Mann hatte sie doch tatsächlich so zugerichtet, dass man sie in die Intensivstation hätte verlegen können. Anfangs waren ihm die Schreie nicht aufgefallen. Erst als sich ein merkwürdiger, panischer Unterton darin gemischt hatte, war er hellhörig geworden. Zusammen mit dem Besitzer des Ladens hatten sie dann die Quelle gesucht. Als er die Tür geöffnet hatte, hatte er ein grausames Bild vor sich. Ein fast zu Tode geprügeltes, mageres, nacktes Ding, festgebunden am Bett, halb bewusstlos, über das sich ein nackter Mann hermachte. Mit plötzlich aufsteigender Wut hatte er den Mann hinaus geworfen. Der wurde gerade vom Ladenbesitzer runter gemacht. Carlos hob das Mädchen etwas auf. Jetzt erst fiel ihm auf, dass sie eine Nekomine war. Immer noch benommen, griff sie sich an den Kopf. Ihr Atem ging flach und kurz. Auch, wenn diese bedauerlichen Wesen keine Rechte besaßen, so sollte es doch nicht erlaubt sein, sie so zuzurichten. Das eben kam ja einer Vergewaltigung gleich. Carlos warf einen Blick auf das Bett und stutzte. Blut war auf den Laken zu sehen. Er betrachtete das Mädchen genauer und sah, dass es auch an den Oberschenkeln ihrer Beine klebte. Sie war immer noch nicht wirklich ansprechbar. Nach einem Moment des Überlegens nahm er sie in die Decke gewickelt auf seine Arme. „Ich werde sie mit zu mir nehmen und ihre Wunde behandeln.“ „Wunde? Welche Wunde?“, fragte der Besitzer verblüfft. Carlos deutete mit dem Kopf nach unten und auf das Bett. Der Besitzer sah zuerst drein, als verstünde er nicht. Doch dann nickte er nur. Carlos machte sich, mit seiner Patientin auf dem Arm, auf den Weg nach draußen zu seinem Wagen.

 

 

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Fortsetzung folgt.